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Vermieter sind Diebe?

Nein, ich fühle mich nicht direkt angesprochen, wenn ich täglich an diesem Spruch vorbeikomme. Zu denken gibt es mir aber, wenn ich Unternehmer nach Ihrer Altersvorsorge frage. Und da stehen oft die Einkünfte aus Vermietung an oberster Stelle. Dabei scheint die Stimmung bei den privaten Vermietern gerade zu kippen. Zumindest, wenn man den Nachrichten des Hauseigentümerverbandes "Haus und Grund" glauben darf. Dazu passt die Klage des Vonovia-Chefs über eine Verrohung in der Berliner Enteignungsdebatte. Der größte deutsche Vermieter spielt natürlich in einer anderen Liga und ist angreifbarer als unsere kleinen, bodenständigen Unternehmer. 

 

Diese machen sich Gedanken, wie lange sie Ihren Betrieb noch erfolgreich bewirtschaften können und wie es für sie im Alter weitergeht. Das Problem der Unternehmensnachfolge wird ja im Mittelstand immer drängender. Ein Beitrag zum Thema wurde kürzlich in einer Fachzeitschrift übertitelt mit "Zwischen Verdrängung und Verzweiflung".

 

Zur Vorbereitung des Treffens einer Erfahrungsaustauschgruppe von Unternehmern des Landschaftsbaus habe ich eine kleine Ad-hoc-Umfrage gestartet. Schwerpunktthema Unternehmensnachfolge. Neun Teilnehmer haben sich darin unter anderem zu ihrer Altersvorsorge geäußert. Es galt dabei, unter sechs Formen der Alterssicherung eine persönliche Rangordnung anzugeben. Natürlich rechnen die Befragten sicherheitshalber mit mehreren Einnahmequellen. Aber ganz oben stehen die Einnahmen aus Vermietung. Und damit Einnahmen, die sich in Zukunft vielleicht enttäuschend entwickeln werden. Abgesehen davon, dass diese Einkünfte nicht immer streßfrei in den Schoß fallen.

 

Nicht minder fraglich sind die Erwartungen an Einkünfte, die sich aus der Fortführung, der Verpachtung, des Verkaufs des eigenen Betriebs ergeben. Sie stehen an zweiter Stelle in der Vorsorgeplanung. 

Alles in allem eine zusätzliche, schwierige Baustelle, um die der Unternehmer gerne möglichst lange einen Bogen macht.

 

Und was ist die Sicht der Mieter? Der Wohnungsmangel in den Städten ist natürlich ein Riesenproblem. Durch das Vergrätzen der privaten Investoren ist da nichts zu gewinnen. Außer man macht es sich leicht wie die Berliner Spaßguerilla mit ihrem originellen Vorschlag (siehe unten). Dass deren Ausläufer aber schon – etwas humorloser – die Lotter Straße gleich um die Ecke in der Osnabrücker Provinz erreicht haben, stimmt doch bedenklich.

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